Flittern auf den Bahamas
14.06. bis 17.06.2010

Zwei Tage nach unserer Hochzeit starteten wir in die wohlverdienten Flitterwochen. Die Auswahl des Reiseziels war diesmal komplizierter als sonst und ich suchte den halben Globus ab. Es sollte zuerst zum Erholen und Entspannen an einen schönen Strand gehen und danach auf Rundreise durch ein Land, in dem es sich einfach reisen lässt. Die ganze Karibik hatte ich abgesucht, doch als gerade die Flugzeiten und Preise stimmtesn, fand ich keine passenden Hotels, die unseren Ansprüche gerecht werden würden und umgedreht. Nach langer Suche entschieden wir uns schließlich für die Bahamas mit anschließender Rundreise durch den Südwesten der USA.

Anreise

Der Wecker klingelte uns bereits 4:00 Uhr aus dem Bett. Gegen 4:30 Uhr marschierten wir mit unseren Koffern zur S-Bahn. Es wurde langsam hell, ca. 5:30 Uhr kamen wir am Flughafen an und checkten ein. Ich dachte, der Check-In dauert viel länger, aber dem war nicht so. Die Schalter waren frei, wir konnten gleich durchgehen. So blieb uns noch genügend Zeit für ein kleines Frühstück und obligatorischer Zeitungsschau. Um 7:20 Uhr hob unser Flieger pünktlich ab nach Frankfurt und brauchte eine ganze Stunde anstatt wie gewöhnlich 35 Minuten. Naja, wie dem auch sei, in Frankfurt hatten wir dann immer noch 1 1/2 Stunden Umsteigezeit. Eigentlich rechneten wir damit, dreißig Kilometer über den Flughafen zu laufen, bis wir am richtigen Gate ankamen, wegen Einreise in die USA und so. Aber nee, zwei Gates weiter und schwups saßen wir auf den Plätzen und warteten, bis es endlich losgehen konnte. Pünktlich auf die Minute, um 9:55 Uhr hoben wir ab mit Ziel Miami.

Der Flug verlief ruhig, die Lufthansa war in Sachen Langstrecke gar nicht so schlecht. Außer, dass die alte Boeing 747-400 kein Inseat-Entertainment hat, dafür aber gar kein schlechtes Essen und mit reichlich Getränken wurden wir ebenfalls versorgt.

Um 13:30 Uhr Ortszeit landeten wir in Miami. Welcome to the USA. Herrlich! Gleich nach dem Aussteigen beschnüffelten Drogenhunde die Passagiere und die Grenzbeamten stellten irgendwelche Fragen. Jedem Passagier eine andere. Wir wurden in einem Südstaatenslang gefragt, was wir arbeiten, beantworteten brav und duften passieren. Wahrscheinlich sind die Herrschaften nur darauf getrimmt zu beobachten, ob gelogen oder schön die Wahrheit gesagt wird. Wie auch immer.

Weiter ging’s zur Einreisebehörde und zu den Zollkontrollen, obwohl wir nur zur Durchreise waren, aber das spielt keine Rolle. Ich kann sagen, dass ausschließlich alle Grenz- und Zollbeamten freundlich zu uns waren. Selbst wenn es umgedreht gewesen wäre, hätten sie uns nicht davon abgehalten, in die USA zu reisen. Denn wenn wir wohin reisen möchten, dann machen wir das auch.

In Miami wanderten wir von einem Terminal zum nächsten, um unseren Anschlussflug nach Nassau zu finden. Wir warteten bis endlich die Maschine der American Eagle pünktlich startete. Vom einstündigen Flug bekam ich gar nichts mit, ich bin sofort eingeschlafen. Um 21:30 Uhr erreichten wir Nassau, müde und voller Freude auf ein Bett. Wir stiegen in ein Taxi und ließen uns zum naheliegenden vorgebuchten Hotel kutschieren. Morgen um 7:30 Uhr geht’s dann endlich weiter.

South Andros

Um 6:30 Uhr saßen wir bereits im Taxi zurück zum Flughafen. Der Check-In dauerte nur ein paar Minuten und es reichte auch aus, 30 Minuten vor Abflug da zu sein. Wir warteten in der kleinen Halle, bis unser Flug aufgerufen wurde. Währenddessen liefen andere Passagiere zu ihren Flugzeugen und alles wurde etwas unübersichtlich. Em Ende wussten wir nicht mehr, welche Gruppe nach South Andros fliegt und welche auf eine andere Insel. Alle mussten durch das gleiche Gate laufen und die kleinen Propellermaschinen standen kreuz und quer draußen herum. Schließlich sollten wir einem Mann folgen, der uns zusammen mit zwei anderen Passieren zu unserem Flugzeug der Westin Air brachte.

Eine Dame nahm direkt am Notausgang Platz und bekam eine kleine Einweisung der Flugbegleiterin.

Die Flugzeit betrug 20 Minuten und wir flogen über herrlich türkises Meer, allerdings auch durch dunkle Regenwolken, die die Maschine ganz schön zum Wackeln brachten. Was ist, wenn es jetzt dort dauerregnet? Na toll!

Doch in Congo Town auf South Andros gelandet, strahlte die Sonne von einem tiefblauen Himmel herunter, die dunklen Wolken hatten wir längst hinter uns gelassen.

Wir konnten die Koffer gleich vom Rollfeld aus mitnehmen und stiegen in das einzige Taxi, welches schon bereit stand und wahrscheinlich auch das einzige Taxi auf der Insel ist. Immerhin gib es nur eine Straße, die vom Flughafen ein Stück nach Norden und ein paar Kilometer nach Süden führt und dort jeweils endet. Der Rest der Insel besteht aus Mangrovenwälder, flachen Sandbänken und Wattgebieten. Andros ist die größte Insel der Bahamas, doch wenig erschlossen, dünn besiedelt und sehr ursprünglich.

In 15 Minuten kamen wir an unserem wunderschönen Emerald Palms Hotel and Resort Beach an und wurden herzlich empfangen. Schon hier lernten wir die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Bewohner kennen und fühlten uns von Anfang an wohl.

Wir durften uns gleich am Frühstücksbuffet bedienen und bekamen unser Zimmer gezeigt.

Wir hatten Ocean View reserviert und vom großes Bett aus, was durch das Moskitonetz wie ein Himmelbett wirkte, konnten wir das Meer sehen. Ein war ein tolles Zimmer mit einer herrlichen Terrasse und zwei Sonnenliegen, der Pool gleich nebenan und das Meer in Reichweite (Foto links). Wir waren glücklich in diesem Zimmer und vor allem in diesem Resort.

Nun ja, nach drei Stunden stellte Basti fest, dass die Klimaanlage kaputt gegangen ist. Bei der Hitze hält man es ohne Klimaanlage ganz sicher nicht aus. Ich war gleich etwas traurig, weil das Zimmer doch so schön ist und ich eigentlich nicht umziehen wollte. Wir zögerten erst und beschlossen dann doch, es zu melden. Vor unserem Mittagssnack gingen wir also an die Rezeption und meldeten den Schaden. Die Dame war sehr nett. Nach einer Stunde, wir hatten in der Zwischenzeit etwas gegessen, kam sie zurück und sagte, dass die Klimaanlage tatsächlich kaputt wäre und wir leider umziehen müssten. Ach schade! Wir hatten Ocean View reserviert und bezahlt und das zweite Ocean View-Zimmer war bereits belegt. Die Dame sprach etwas von Villa 2, aber durch den Bahamas-Dialekt konnten wir das gar nicht richtig verstehen.

Wir gingen zurück ins Zimmer und suchten Villa 2, fanden aber nur ein großes Cottage, was alleine direkt am Strand zwischen Palmen stand. Das konnte es wohl kaum sein, das würde ja doppelt so viel kosten wie unser Ocean-View-Zimmer. Also wieder zurück und die Dame meinte, wir sollten unsere Sachen holen und sie zeige uns nun unser neues Zimmer. Sachen zusammengepackt und los ging’s … in Richtung großes Cottage, direkt am Strand zwischen den Palmen. Wie? Unser neues Zimmer? Die Dame hat sich versprochen. Sie meinte bestimmt „unser neues Haus“.

Tatsächlich bekamen wir dieses wundervolle Cottage, eine Honeymoon-Suite, mit Terrasse, riesigem Bett, einem Jacuzzi, alles aus Marmor, direkt am Strand und einer Hängematte zwischen den Palmen am Rande des Resorts in absoluter Zweisamkeit.

Was hätte es besser geben können, als an so einem herrlichen Ort auf dieser großen weiten Welt zu flittern?

Es war perfekt.

Nur vier Paare waren mit uns im Hotel, wir konnten uns also alleine überall austoben, da wir die anderen nur beim Frühstück und Abendessen trafen. Wir hatten den Pool für uns, ja sogar den kompletten Strand und das Meer.

Wir gingen am Strand spazieren, im Pool und im Meer baden, spielten Spiele, die wir zur Hochzeit geschenkt bekommen haben, lasen mehrmals unsere Hochzeitszeitung, faulenzten auf den Liegen mit unseren Büchern, liehen uns zwei Fahrräder aus um am Strand ein Stückchen entlang zu fahren und gingen im Resort sehr lecker essen. Am ersten Abend überraschte ich Basti mit einem Candle-Light-Dinner am Pool. Das Hotel hatte dafür einen kleinen Tisch aufgebaut, mit Decke und Kerze gedeckt und servierte ein leckeres vegetarisches drei-Gänge-Menü.

Als am nächsten Morgen die Sonne aufging, schienen uns ihre ersten Strahlen direkt ins Gesicht. Gibt es eine noch schönere Methode, natürlich geweckt zu werden? Es war ruhig auf der Insel, keine Flugzeuge, keine störenden Geräusche, keine Autos, kein Baulärm. Dafür strahlende Sonne auf den puderfeinen Sand und das türkisfarbene Wasser. Hier herrscht ein anderer, viel langsamer Zeittakt und das ist auch schön so :-)

Abreise und Weiterreise in die USA

Am 17.06. mussten wir die Insel leider schon wieder verlassen, aber das große Abenteuer wartete schon auf uns und die Zeit auf der Insel war für uns ausreichend, zu faulenzen und Energie zu tanken. Mehr hätte es nicht sein müssen, das hätte dem perfekten Aufenthalt den Reiz genommen. Aber der Abschied fiel uns beiden trotzdem sehr schwer.

Am Flughafen checkten wir schnell ein und warteten ca. 20 Minuten, bis wir zusammen mit vielen anderen Passagieren in eine noch kleinere Propellermaschine stiegen, als die, in der wir hierher gekommen sind. Es gab links und rechts nur eine Sitzreihe. Als wir über die Startbahn rollten, wippten die Federn so sehr, dass einem schlecht werden konnte. Der Flug war äußerst unruhig, es wackelte und schaukelte und über Nassau durchflogen wir wieder dicke Wolken, die das kleine Ding erst recht aus der Bahn brachten.

In Nassau gelandet, holten wir die Koffer und gaben sie gleich wieder am American-Airlines-Check-In auf. Alles lief problemlos, bis wir zur Einreisebehörde in die USA gelangten. Ich wusste nicht, dass wir bereits in Nassau nach Miami einreisen. Hätte ich das vorher gewusst, hätten wir in Miami locker einen viel früheren Weiterflug nach Las Vegas buchen können. Auch hier waren die Beamten sehr nett, besonders der mexikanische Beamte, der über unsere vielen bisherigen Reisen staunte und sich gar nicht vorstellten konnte, dass man in Deutschland so viel Urlaub bekommt.

Der Flug nach Miami hätte auch wieder schöner sein können. Stattdessen baute sich direkt über Miami ein Gewitter auf und als die Maschine der American Eagle zum Landeanflug ansetzte, neigte sie sich so sehr mit dem Vorderteil nach unten, dass es wie ein steiler Sinkflug wirkte, währenddessen die Motoren in beängstigenden Tönen aufheulten. Kein schönes Gefühl, vor allem dann nicht, wenn es ringsherum blitzt und donnert.

Wir sind jedenfalls in Miami gelandet und beim Abflug nach Las Vegas zog ein neues Gewitter auf. Der Start verzögerte sich um 30 Minuten und als wir dann endlich abheben durften, flogen wir trotzdem durch die Gewitterwolken. Es blitzte und donnerte um uns herum, die Motoren brummten und pfiffen extrem laut und außer Blitze konnten wir draußen nichts erkennen. Schlagartig war alles ganz still. Das Gewitter lag hinter uns, der Flieger stieg weiter nach oben und der restliche fünfstündige Flug nach Las Vegas durch eine pechschwarze Nacht verlief ruhig und ohne weitere Turbulenzen.

Weiter geht’s im Reisebericht: Back to Nature – USA Südwesten.

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